Kanada 2001

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Tour durchs Hinterland

Tantalus Range
Tantalus Range

Für die nächsten 9 Tage machten wir uns auf den Weg zu einer Rundreise durch den südlichen Teil von British Columbia sowie einen Teil Albertas auf. Dazu mieteten wir uns ein Auto und liehen uns von Verwandten ein Zelt aus. Die Fahrt führte zunächst wieder nordwärts in Richtung Whistler. Diesmal jedoch bei deutlich besserem Wetter, wodurch auch die Tantalus Range in strahlendem Sonnenschein lag.

Brandy Wine Falls
Nairn Falls
Nairn Falls

Vor Whistler befinden sich die beiden beeindruckenden Wasserfälle Brandy Wine Falls und Nairn Falls. Der ausgefallene Name des ersteren geht auf die Anekdote zurück, daß zwei Vermesser der Eisenbahngesellschaft um je eine Flasche Brandy und eine Flasche Wein um die exakte Höhe des Wasserfalls gewettet haben sollen. Während die Brandy Wine Falls in einen großen Kessel stürzen, den sie im Laufe der Zeit selbst in den Fels gefressen haben, sind die Nairn Falls eigentlich kaum für Besucher zu sehen. Sie haben sich mit ihrem türkisblauen Wasser einen so engen und verwinkelten Canyon gegraben, der die eigentlichen Fälle beinahe komplett vor dem Auge des Besuchers versteckt.
Hinter Whistler ging es dann über Pemberton und Lilooet weiter. Wir übernachteten schließlich in Marble Canyon.

Rocky Mountains
Wüste bei Ashcroft
Gegensätzliche Landschaften

Die Route des nächsten Tages führte uns durch Landschaften, wie sie unterschiedlicher eigentlich nicht sein können. Sowohl durch bewaldete Täler, wie man sie sich typischerweise für die Rocky Mountains vorstellt, als auch durch wüstenähnliche Gegenden bei Ashcroft. Die weitere Fahrt führte über Kamloops und Barriére nach Blue River, wo wir schließlich unser Zelt aufschlugen.

Rearguard Falls
Rearguard Falls

Am dritten Tag unserer Rundreise erreichten wir deren nördlichsten Punkt, Mt. Robson. Dieser Berg ist mit 3.954m die höchste Erhebung der kanadischen Rockies und oft in Wolken gehüllt - leider auch an jenem Tag. Zwischen Mt. Robson und Jasper liegen jedoch noch andere Sehenswürdigkeiten, wobei wir uns für die Rearguard Falls und die Athabasca Falls entschieden.
An den Rearguard Falls stürzt der Fraser River eine ca. 10m tiefe Stufe hinunter. Dieser Wasserfall stellt die äußerste Grenze der Lachswanderungen dar, den nur die größten und kräftigsten Tiere erreichen - ca. 1.000km von der Mündung des Flußes in den Pazifik entfernt. Dadurch hat der Wasserfall auch seinen Namen erhalten (rearguard = Nachhut).
Die Athabasca Falls hingegen haben ihren Namen durch den Athabasca River erhalten, der hier zahlreiche kleine, enge Schluchten gegraben hat.

Athabasca FallsCanyon bei den Athabasca FallsCanyon bei den Athabasca FallsAlter Canyon bei den Athabasca Falls
Die "Athabasca Falls" kurz hinter Jasper.
Endlose Weiten
Endlose Weiten

Hinter Jasper beginnt der Columbia Icefields Parkway. Diese Straße vermittelt auf wunderbare Art ein Gefühl für die Weiten Kandas: Meilenlange, schnurgerade Streckenabschnitte, die von nichts außer Bergen und Wäldern gesäumt werden. Der Icefields Parkway führt am Columbia Icefield vorbei bis hinunter nach Banff.
Das Columbia Icefield ist eine 325km² große Gletscher-Hochebene, von der sich sechs große Gletscher in verschiedene Richtungen talwärts schieben. Auf einen davon, den Athabasca Glacier, fahren geländegängige Busse, die dem Besucher eine bequeme Möglichkeit zu einem kurzen Spaziergang auf dem Gletscher geben.

Eichhörnchen
Eichhörnchen
Peyto LakeWaterfowl Lake
Peyto und Waterfowl Lake

Auf einem kleinen Campingplatz ganz in der Nähe erlebten wir zum einen wohl unsere kälteste Nacht mit Temperaturen in der Nähe des Gefrierpunktes, als auch unsere erste Begegnung mit kanadischen Eichhörnchen.
Wer Eichhörnchen bislang für putzige, harmlose Tierchen gehalten hat, wird in Kanada eines Besseren belehrt. Hier kann es durchaus passieren, daß Autos, Zelte und sogar Touristen selbst von diesen Tieren (wenn auch unabsichtlich) mit Tannenzapfen aus hohen Bäumen bombardiert werden. Auch kann man durchaus in die Verlegenheit kommen, Eichhörnchen mit Gewalt vom eigenen Spülwasser(!) fernhalten zu müssen...

Im weiteren Verlauf führt der Icefield Parkway an mehreren malerischen Bergseen vorbei, z.B. an Waterfowl Lake und Peyto Lake. Von Lake Louise aus machten wir am fünften Tag unserer Tour einen Abstecher in die Metropole Calgary, die mitten in der Prärie Albertas, jedoch noch fast in Sichtweite der Rocky Mountains liegt.

Calgary
Chateau Lake LouiseLake Louise
Lake Louise
Streifenhörnchen
Streifenhörnchen

Rund um die Ortschaft Lake Louise liegen eine ganze Reihe weiterer Sehenswürdigkeiten.
Zunächst sind oberhalb dieser Ortschaft zwei herrliche Bergseen zu finden: Morraine Lake und Lake Louise. An letzterem ist ein großes Hotel zu finden, das zahllose Touristen anzieht. Morraine Lake ist allerdings ebenfalls stets gut besucht, was u.a. dazu führt, daß man am Ufer dieses Sees auch Streifenhörnchen findet, die Menschen im Wortsinn aus der Hand fressen.

Morraine LakeMorraine Lake
Morraine Lake
Takakkaw Falls
Takakkaw Falls

Etwas westlich von Lake Louise liegen am Ende eines langen schmalen Tales die Takakkaw Falls. Dieser Wasserfall, über den der Yoho River 380m in die Tiefe stürzt, ist die etwas abenteuerliche Anfahrt allemal wert. Daß "Yoho" in der Sprache der Cree-Indianer "Erstaunen" bedeutet, glaubt man hier sofort.
Ganz in der Nähe liegen die Spiral Tunnels. Diese beiden Eisenbahntunnel liegen in jeweils einer engen Schleife im Berg, um so den großen Höhenunterschied auf dem Weg hinauf zum Kicking Horse Pass überwinden zu können. Die Tatsache, daß die Tunnelein- und -ausgänge relativ eng beinander liegen zusammen mit den in Kanada extrem langen Güterzügen (wir haben einen 2km langen Zug mit dem Kilometerzähler des Mietwagens "nachgemessen"), sorgt regelmäßig dafür, daß die Lokomotiven aus dem Tunnel auftauchen und über den Tunneleingang fahren, während dort noch die letzten Wagen verschwinden.
Leider sahen wir gerade noch einen Zug davonfahren, als wir dort eintrafen.

Ohne Worte
Ohne Worte

Nach einer Übernachtung in Golden machten wir einen Abstecher nach Süden, zur "Bavarian City" Kimberley, Cranbrook und Fort Steele.
In Fort Steele befindet sich ein großes Freilichtmuseum. In dessen Mitte befindet sich an einem zentralen Platz das ehemalige Verwaltungsgebäude. Darum stehen etliche historische Häuser, die an Western-Filme erinnern, alte Blockhütten, sowie eine kleine Bahnstation.

Fort SteeleFort Steele Bahnhof
Museumsdorf "Fort Steele"
Summit of Rogers Pass
Summit of Rogers Pass
Kelowna
Brunnen in Kelowna

Über den Rogers Pass im Glacier National Park ging es dann zu unserem nächsten Campingplatz, dem "Illecillewaet Campground". Von dort aus fuhren wir über Revelstoke und Sicamous, sowie am langgezogenen Okanagan Lake nach Kelowna.
Nach einer weiteren Übernachtung beendeten wir unsere Rundreise, indem wir von Kelowna aus über Merritt nach Spences Bridge fuhren und von dort aus dem Thompson und Fraser River bis nach Vancouver folgten.

 

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